Leverkusens 1:4 gegen Schalke: Ein absolutes Zeichen gesetzt


Die Ausgangslage: Leverkusen gegen Schalke? Das klang gut. Die einen waren immerhin unter den letzten 16 Teams der Champions League, die anderen unter den letzten acht der Europa League. Definitiv etwas für die Auslandsvermarktung. Die triste nationale Realität führte beide Kontrahenten aber eben vor dem viertletzten Spieltag auch unter den letzten acht Teams der Bundesliga zusammen. Während Schalke (Platz 11, 38 Punkte) dabei sogar noch immer auf Platz sieben schielen durfte, ging es für Bayer (Platz 12, 36 Punkte) im Grunde nur noch um den Klassenerhalt.

Das Ergebnis: Leverkusen blamiert sich im Duell der Mittelmächte, verliert 1:4 (0:3) gegen Schalke 04. Hier geht es zum Spielbericht.

Fotostrecke


Bilder

Schalkes Sieg bei Bayer:
Die Ösis!

Die Startformationen:

Leverkusen: Leno – Hilbert, Jedvaj, Toprak, Henrichs – Aránguiz, Kampl – Bellarabi, Brandt – Kießling, Volland
Schalke: Fährmann – Coke, Höwedes, Badstuber, Kolasinac – Stambouli, Bentaleb – Schöpf, Goretzka, Caligiuri – Burgstaller

Die erste Hälfte: Hatte vielversprechend für Bayer 04 begonnen, Julian Brandt scheiterte nach 38 Sekunden an Ralf Fährmann. Anschließend spielte allerdings nur noch Schalke: Ein überragender Pass von Nabil Bentaleb fand Leon Goretzka, der wiederum mit viel Übersicht für Guido Burgstaller auflegte (6. Minute), Benedikt Höwedes köpfte einen Eckball von Alessandro Schöpf zum 2:0 ins lange Eck (10.) und vor dem dritten Gegentreffer durfte Goretzka zunächst gleich zweimal an Leverkusens Keeper Bernd Leno scheitern – ehe Schöpf den zweiten Abpraller schließlich ins Netz drückte. Leverkusen 0, Schalke 3 – nach gerade einmal 18 Minuten.

DPA

Alessandro Schöpf erzielt das 0:3 (18.)

Leverkusen ließ gewaltige Räume, verlor zunächst fast jeden Zweikampf, dazu nach einer Verletzung Kapitän Ömer Toprak. Goretzka (35.) und Burgstaller (40.) verpassten vor der Pause sogar eine mögliche höhere Führung, Schalke ruhte sich jedoch auf der komfortablen Führung kurzzeitig ein wenig aus.

Es gibt nur einen Sportdirektor: Rudi Völler hielt es wieder einmal nicht auf der Tribüne aus, zum Halbzeitpfiff fing er die Bayer-Spieler bereits an der Seitenlinie ab. Hier ein paar aufmunternde Worte, dort ein Klaps. Nach Sky-Informationen soll Völler anschließend auch in der Kabine gewesen sein. Langsam reinkommen in den neuen Job als Interimscoach? Ein Szenario, das Völler selbst nach einem Schwall von Durchhalteparolen in aller Deutlichkeit ausschloss. Was auch immer das bedeuten mag.

Die zweite Hälfte: Begann wie die erste – mit einer vergebenen Riesenchance für Bayer. Karim Bellarabi verfehlte den langen Pfosten (46.), auf der Gegenseite erhöhte Burgstaller kurz darauf nach einem Freistoß von Schöpf vollkommen ungestört per Direktabnahme zum 0:4 (50.). Das Spiel war spätestens hier gelaufen. Mehr als der Ehrentreffer gelang Bayer 04 nicht mehr.

Heimlicher Held des Abends: Für Stefan Kießling war es erst der dritte Startelfeinsatz in dieser Saison. Wie schon im Hinrundenspiel gegen Schalke traf er – und ging auch nach dem Spielende noch die schwersten Wege. Erster in der Kurve, erster am Sky-Mikrofon. Vielsagend war vor allem seine quälend lange Pause auf Patrick Wasserziehrs Frage, ob sich im Team “einige zu fein für den Abstiegskampf” seien. “Jeder muss das in seinen Kopf kriegen”, sagte Kießling schließlich diplomatisch.


Stefan Kießling

Schalker Schlüsselspiel: Das Weinzierl-Team verbesserte sich durch diesen Erfolg vorläufig auf den achten Rang, Platz sieben berechtigt unter Umständen zur erneuten Teilnahme an der Europa League. Nächste Woche wartet in Freiburg das nächste “Schlüsselspiel” (Burgstaller). Ganz so einfach wie am Freitag dürfte es aber nicht noch einmal werden.

Erkenntnis des Abends: Leverkusen wollte nach der Niederlage in Freiburg “ein absolutes Zeichen setzen” (Coach Tayfun Korkut). Das haben sie. Ab jetzt geht es nur noch ums Überleben, zumal Bayer sogar im Torverhältnis drei Schritte auf Mainz und Co. zugegangen ist. Die Dynamik dieser Runde ist bemerkenswert: Vor der Saison mit guten Argumenten als möglicher Meisterkandidat gehandelt – den Kader zusammengehalten bzw. punktuell verstärkt, der FC Bayern (neuer Trainer) und der BVB (neue Spieler) dagegen im Umbruch -, fährt Bayer nun am 32. Spieltag mit schlotternden Knien nach Ingolstadt. Wahrscheinlich wieder mit Tayfun Korkut.

Source : http://www.spiegel.de/sport/fussball/leverkusens-1-4-gegen-schalke-ein-absolutes-zeichen-gesetzt-a-1145420.html#ref=rss

Source link