Ex-Sicherheitsberater Flynn will zu Russland-Kontakten aussagen | ZEIT ONLINE

Der wegen seiner Russland-Kontakte zurückgetretene
Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Michael
Flynn
, will Presseberichten zufolge gegen Zusicherung von
Straffreiheit aussagen. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf
mehrere mit dem Fall betraute Politiker berichtet, unterbreitete Flynn
über seinen Anwalt der US-Bundespolizei FBI und den zwei
Untersuchungsausschüssen im Kongress ein entsprechendes Angebot. Eine
Reaktion darauf habe es bislang nicht gegeben.

“Kein vernünftiger Mensch, der
rechtlich beraten wird, würde sich in einem solch stark politisierten
Hexenjagd-Umfeld befragen lassen ohne eine Absicherung gegen unfaire
Strafverfolgung”,
sagte Flynns Anwalt Robert
Kelner. Hintergrund sind mögliche Kontakte zwischen
Verbündeten des US-Präsidenten Donald Trump und Moskau
sowie eine
mögliche russische Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahl.

“General Flynn hat eine Geschichte zu erzählen, und er will sie
erzählen, wenn die Umstände es erlauben”, sagte sein Anwalt

Es sei nicht klar, über was genau
Flynn reden wolle, zitierte die Zeitung eine ihrer Quellen; die Bitte
des Ex-Generals um Immunität sei aber “rechtlich gewagt”.

Flynn
musste nach nur dreieinhalb Wochen von seinem Posten als
Sicherheitsberater im Weißen Haus zurücktreten. Es war herausgekommen,
dass er vor Amtsantritt mit dem russischen Botschafter über die gegen
das Land verhängten US-Sanktionen gesprochen hatte. Diesen
Gesprächsinhalt hatte Flynn verschwiegen. Entlarvt wurden seine
Falschangaben durch Mitschnitte des FBI, das routinemäßig den
Botschafter abhört.

Der 58-Jährige stand schon zuvor wegen seiner
engen Russland-Kontakte im Zwielicht. Er trat im staatsfinanzierten
russischen Sender RT auf und saß bei einem Galadiner in Moskau neben
Präsident Wladimir Putin. Die Teilnahme an der Gala ließ er sich mit 33.000 Dollar bezahlen, wie Mitte März herauskam.

Dem
Verdacht illegaler Absprachen zwischen Trump-Mitarbeitern und Moskau
gehen die Geheimdienstausschüsse von Repräsentantenhaus und Senat nach.
Auch das FBI ermittelt deswegen. Untersucht wird auch die
Rolle von Trumps früherem Wahlkampfmanager Paul Manafort, dem Kontakte
nach Russland und in die Ukraine nachgesagt werden.

Source : http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-03/michael-flynn-usa-fbi-russland

Auteur : ZEIT ONLINE: Ausland –

Date de parution : 31 March 2017 | 3:06 am

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